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Die Geschichte des Vibrators

"Ein Kochlöffel und ein Vibrator gehören in jeden guten Haushalt!" © I. Mack


Historisches - Teil 1

Allein daheim gebliebene Frauen teilten zu allen Zeiten und in allen Kulturen das gleiche Problem:

Was ist mit Sex wenn die Männer fehlen?

Schon Porzellanmalereien aus dem alten China hatten die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aus der Natur unter Beweis gestellt.

Aus einer Stadt Namens Milet wurden schon Frauen aus dem antiken römischen Reich mit sogenannten „OLISBOS“ beliefert, über die der griechische Dichter Herodas in seinen Werken schreibt.

Auch der Name „DILDO“ (delight; dilate - „erweitern“) oder „DILETTO“ (ital. „Geliebter“) oder CONSOLATEURS (franz. Witwentröster) sagt viel über die sprachliche Einbindung aus.

Meist waren es Frauen, die für Frauen geschickte Konstruktionen bauten.Gläserne „DILETTOS“ wurden oft mit warmer Flüssigkeit gefüllt, die ihnen dann auch die Temperatur und orgastische Nässe eines echten Gliedes in der Funktion ähnelten. Meist wurden die „GODEMICHÈ“ (lat. „Mach mir Freude“) mit warmer Milch gefüllt.

Viele Erzeugnisse fanden auch reißenden Absatz in den Nonnenklöstern, und so wurden um 1700 diese Erzeunisse auch „BIJOUX DE RELIGIEUSE“ - „Nonnenschmuck“ genannt.

Auch um 1765 ward der „Männer-Riemen“ erfunden – unser heutiger Harness, und so konnten sich Männerlose und Lesbierinnen einen Dildo zur Befriedigung der Partnerin umschnallen.

Vor allem durch die jahrhundert,- und millionenfache Anwendung in allen Epochen hat das Sextoy oder Liebesspielzeug sämtliche Vorurteile überlebt. Vorbehalte gegenüber Hilfsmitteln zur sexuellen Befriedigung wurden dann auch nochmals vor gut 150 Jahren abgebaut; als nämlich Vibratoren als Heilmittel vermarktet wurden.

Somit haben sie auch einen Platz in der medizinischen Geschichte!

Weibliche sowie auch männliche Masturbation gibt es naturgemäß seit Anbeginn der Menschheit!

… und somit auch sicherlich ein geeignetes Hilfsmittel dazu!


Historisches - Teil 2

Die Geschichte des Vibrators ist eine lange, und in jeder Epoche wurde die Existenz der kleinen Helferlein überliefert.

Selbst Cleopatra ( so erzählt man) ließ in Bambusstäben Bienen einfangen und diesen „Summenden Bienen“ erfreuten wohl die göttlichen Damen, nachdem sie ihrem Bad aus Eselsmilch entstiegen...

Dank Erfindung der Batterien ist es heute nicht mehr notwendig, Tieren zur Freude anderer ein Leid zuzufügen, und aufgrund ausgetüftelter Technologien sind heute die Materialien hoch elastisch und verträglich; die meisten entsprechen den höchsten Ansprüchen des EU-weiten Medizinprodukthaftungsgesetz.

Ich liebe dieses Wort, denn dies signalisiert nicht nur allerbeste Qualität; es verspricht auch höchste Zufriedenheit!

Zufriedenheit und Ausgeglichenheit zu erzeugen oblag langer Zeit den Herren Doctoras... zwischen 1860 und 1920 galt es Frauen mit „Hysterie und anderen Zwängen“ mit zuhilfenahme „Schwingungserzeugender Maschinen“ zumeist im Handbetrieb, später durch Elektrizität betrieben, zu Entspannung und Genesung zu verhelfen!

Für Damen der besseren Gesellschaft galt es als schicklich, sich auf diese Weise zu besserem Lebensgefühl und erhöhter Lebensenergie verhelfen zu lassen...

Einen großen Beitrag zur Entmystizifierung und Akzeptanz der Lustspender leistete wohl Beate Uhse mit ihren „Ehehygiene-Geschäften" und noch viel mehr mit ihrem Versand, diese zwischenzeitlich verschwiegenen und unseriös geltenden Lustartikeln zu neuen Einsatzmöglichkeiten....

Aber auch andere Versandhäuser nahmen ihre „Masssagestäbe“- die durchwegs als Gesichts,- und Körperduchblutungsfördernde Maßnahme angepriesen wurden, in ihr Sortiment auf.

Jeder von uns kennt noch die Bilder der Kosmetikseiten, wo zufrieden lächelnde Damen sich diese Gerätschaften an die Wange hielten... und wir alle fragten uns: “Was kann dieses Ding??“

Mit Mitte der 70ger und 80ger öffneten Vielerorts die uns noch heute bekannten SEX Shops.

Zumeist Männer mit aufgestellten Mäntelkrägen und schnellen Schrittes besuchten diese Lokaliäten durch den „diskreten Seiten,- oder Hintereingang“... Sexy Magazine und langsam auch Videos eroberten den Markt. Und schön aufgereiht im Regal in Packungen die selbst ein Hochglanzmagazin sein könnten – Vibratoren und Dildos!

In diesen abgedunkelten, meist in Rot/Schwarz gehaltenen Räumlichkeiten standen sie dann da: Der Männerwelt entsprungen und Männerphantasien entsprechende Josh`s und Fred`s.  Penisnachbildungen in allen Größen und Formen. Allesamt hautfarben und der dem Naturvorbild nachempfunden.

Billige Plastikimitationen – teuer an den Mann gebracht!

Das Höchste der Gefühle und für ausgeprochene Ästheten gedacht gab es das Modell „Luxus“ entweder aus goldfarbenem Hartplastik oder auch mit goldener Metalspitze.

Unheimlich laut und der weiblichen Anatomie überhaupt nicht entsprechend; aber immerhin...

Der Überraschungseffekt trat üblicherweise erst zu Hause ein; denn Beratung oder gar ein Ansichstsexemplar existierten so gut wie nicht. Nimm und Kauf!... war die Devise. Wenn du nicht zufrieden bist - kauf´ einen anderen...

Nur wenige Frauen fanden den Weg in diese schmuddelig anmutenden meist dem männlichen Einkaufsverhalten angepaßten Geschäften; und wenn sich eine traute, so wurde sie von lechzenden Blicken begleitet, die in ihr Unbehagen aufkommen ließen, und sie kurzerhand flüchtete!

Und wenn ihr ein „freundlicher Mitarbeiter“ seine Hilfe anbot, war nicht immer nur das Verkaufsgespräch gemeint...